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Was tun in Kindergarten oder Schule

Als Allergiekind ist der Besuch einer dieser Einrichtungen eine Herausforderung, welche aber mit Verständnis, gegenseitigem Respekt und Rücksichtnahme aller Seiten recht gut gelöst werden kann

Was tun in Kindergarten oder Schule

Die Betreuungseinrichtung oder Schule muss unverzüglich über eine bestehende Allergie informiert werden. Dass die Allergie betreuende medizinische Personal muss ein entsprechendes Notfallset zusammenstellen inklusive Notfallausweis und Dosierangeben.

Der Schulerhalter für Pflichtschulen (Gemeinde bei Kindergarten, Volks und Mittelschule), höheren Schulen (Bund bei AHS,HTL) oder Fachberufsschulen (Land) muss für eine Einschulung des pädagogischen Personals und die Übertragung der ärztlichen Tätigkeit Sorge tragen. Nähere Details siehe den Artikel Notfalleinschulung von pädagogischem Personal.

 

Die Eltern sollen in Zusammenarbeit mit der betreuenden Ärzteschaft und der Betreuungseinrichtung bzw. Schule ein der Allergie entsprechendes, sinnvolles, realistisch umsetzbares Maßnahmenpaket erarbeiten. Dieses sollte bei einem Elternabend präsentiert werden und die anderen Eltern um Mitarbeit gebeten werden. Für Nahrungsmittelallergien kann unterstützend das Informationsvideo Elternabend von EPI-Pen-Kids verwendet werden. Dieses ist auch allgemein zur Erklärung der Allergie nützlich.

 

Mögliche Maßnahmen bei Nahrungsmittelallergien wären mitunter:

  • Alle Personen waschen sich beim Eintreffen in der Einrichtung, vor und nach dem Essen die die Hände um Kontaktübertragung zu verhindern.
  • Niemand teilt mit einer anderen Person sein Glas, Trinkflasche, etc.
  • Überprüfung der in der Einrichtung verwendeten Stoffe wie z.B. Handseifen
  • Der Verzehr von Lebensmitteln findet nur an ausgewiesenen Orten statt z.B. am Tisch. Dieser sollte vorher und nachher feucht abgewischt werden. Ein Herumtollen mit Lebensmitteln in der ganzen Einrichtung ist zu vermeiden.
  • Gibt es einen Caterer, sollte dieser mit eingebunden werden, um zu prüfen was machbar ist.
  • Eventuell kann man sich im Konsens mit den anderen Eltern einigen, dass keine problematischen Lebensmittel in die Klasse bzw. Einrichtung des betroffenen Kindes mitgenommen werden.
  • Bei Feiern im Kindergarten wie Geburtstage, Advent, Weihnachten, bietet es sich an standardisierte, auf Allergene überprüfte, Packages zurückzugreifen. Dies kann z.B. in Form einer von den Eltern des betroffenen Kindes erstellten Liste mit zugelassenen Produkten (z.B. Kuchenzutaten, Knabbergebäck, Süßigkeiten, etc.) unter Bezug auf den EAN-Code (Strichcodenummer) erfolgen.
  • In kleinerem Umfeld ist es bei starken Allergien eventuell auch machbar für die Reinigung einen HEPA-Staubsauger anzuschaffen.
  • Die betroffenen Kinder dürfen beim Essen oder bei Veranstaltungen keinesfalls ausgegrenzt werden, auch wenn dies manchmal die einfachste Lösung wäre.

 

Hierbei ist wichtig, alle Maßnahmen können nur in einem Miteinander funktionieren. Daher ist es gut durch eine offene freundliche und wertschätzende Kommunikation die Empathie der Mitstreiter zu wecken. Ein freundliches Wort bewegt oft mehr als reine Starrköpfigkeit. Kinder sind im Allgemeinen sehr aufgeschlossen und bereit ihre Mitschüler oder Kindergartenfreunde zu schützen.

Risiko ergibt sich aus Wahrscheinlichkeit, Häufigkeit und Auswirkung, wobei an allen drei Schrauben gedreht werden kann. Auch wenn sich nicht alle 100% daran halten werden, wird das Risiko trotzdem verringert.

Wenn weniger problematische Lebensmittel mitgebracht werden und jeder beim Essen an seinem zugewiesenen Platz bleibt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert. Die Häufigkeit kann man senken, wenn z.B. nur zu fixen Zeiten gejausnet wird. Die Auswirkung kann man verringern indem man im Notfall schnell mit dem Notfallset reagiert, was durch Training aber auch dadurch, dass alle dem betroffenen Kind verstärkte Aufmerksamkeit widmen um Notfälle schnell zu erkennen, funktioniert.

Grundsätzlich haben wir in der Praxis festgestellt, dass je mehr Personen im privaten Umfeld über die Allergie informiert sind, desto mehr Schutz und Akzeptanz besteht für das Kind. Geheimniskrämerei bewirkt eher das Gegenteil.

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