
EINE TYPISCHE ALLERGIE-KARRIERE BIS HIN ZUR ANAPHYLAXIE
DIE SENSIBILISIERUNG KANN SICH MEIST IN MEHREREN STUFEN BIS ZUR ANAPHYLAXIE STEIGERN.
Erfahrungsbericht eines Vaters über die Vorkommnisse beim Sohn:
"Mit ca. 2 Jahren hatte unser Sohn immer wieder mal, wenige münzgroße leicht gerötete und erhabene Stellen am Körper, welche aber nach einigen Tagen immer verschwanden.
Ein halbes Jahr später kam es 2-3 mal vor, dass er sich nach Anstrengung beim Laufen erbrach. Dies wurde ärztlich auf eine leichte Lungenschwäche zurückgeführt und Salbutamolspray verschrieben. Auch hatte er zu dieser Zeit einen Hang zur Bronchitis.
Ziemlich zeitgleich erbrach er sich nach einem Weihnachtskeks im Kindergarten. Nach seiner Befragung war die einhellige Meinung, dass er sich verschluckt hätte, nachher war alles wieder normal.
Im Alter von drei Jahren bekam er nach dem Verzehr von Knabbergebäck auf einer Geburtstagsfeier ein rotes Gesicht und hatte Übelkeit und Bauchschmerzen. Ein, zwei Stunden später ging es wieder.
Dies wurde damals von uns auf den vermeintlichen Verzehr von Salzstangen mit Chili zurückgeführt. Einen Zusammenhang, zu den ebenfalls vorhandenen Erdnüssen kam uns nicht in den Sinn.
Einen Monat später wollte er das erste Mal wissentlich eine Erdnuss bei den Großeltern essen. Nach Berührung der Zunge mit der Erdnuss, erbrach er sich sofort heftig, klagte über Brennen im Hals, was uns nach dem Erbrechen ja auch noch plausibel erschien, da wir Eltern zu dem Zeitpunkt noch nichts vom versuchten Erdnussverzehr wussten. Fünf Minuten später klagte er über Luftnot und es zeichnete sich eine Rötung im Gesicht ab, womit wir sofort in die nahegelegene Notaufnahme fuhren.
Dort stellten sich dann auch dementsprechende Schwellungen im Gesicht ein, es wurde eine Anaphylaxie 2.ten Grades diagnostiziert und umgehend die Notfallbehandlung eingeleitet. In Summe ca. 15 Minuten bis zum Aufflammen aller Symptome.
Es wurde dann die Allergie auf Erdnuss durch eine Laboranalyse bestätigt und eine strenge Karenz eingehalten. Eine unmittelbare Therapiemöglichkeit war da noch nicht vorhanden.
Mit 4 Jahren hatte er unter ärztlicher Aufsicht ungewollt eine Anaphylaxie auf 0.5mg Erdnussprotein (ein 1/600stel Erdnusskern), wo sich innerhalb von Sekunden lebensbedrohliche Reaktionen einstellten. Diese konnten wegen dem Bereitliegen dementsprechender Notfallmedikamente schnellstmöglich abgefangen werden.
Zusammenfassend muss man wohl sagen bereits nach den münzgroßen Rötungen, dem Erbrechen bei Anstrengung und dem Hang zur Bronchitis, wäre es sinnvoll gewesen über eine mögliche bestehende Allergie nachzudenken und, wenn auch auf eigene Kosten, eine breit aufgestellte Allergiesuche z. B. in Form eines ALEX-Tests (300 Parameter) als Erstanalyse durchzuführen.
Wir treffen immer wieder Eltern von Allergiekindern die der Meinung sind, beim letzten Mal war es eh nicht so schlimm und deshalb müssten keine weiteren Schritte zur Abklärung oder Vorsorge unternommen werden. Vor dieser möglichen Fehleinschätzung wollen wir eindringlich warnen."
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